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Hey 👋

In den letzten Monaten ist mir ein Unternehmen immer wieder in den Nachrichten begegnet: Lovable.

$100 Mio. ARR in nur 8 Monaten. Damit gilt Lovable als das am schnellste wachsende Startup Europas. Es ist ein KI-gestütztes Tool, das Beschreibungen in funktionierende Produkte umwandelt, ohne dass Programmierkenntnisse erforderlich.

Aber weißt du was ich persönlich am interessantesten finde? Sie sind aktiv auf LinkedIn. Der CEO, die Mitarbeiter und die Company Page sind alle aktiv auf LinkedIn. Und das nicht nur verdammt gut, sondern auch verdammt strategisch.

Lets break it down!

In dieser Ausgabe:

  • Wie Anton Osika als CEO und Co-Founder LinkedIn nutzt

  • Wie das ursprünglich 15 köpfige Team den LinkedIn Erfolg beschleunigt hat

  • Wie die Company Page zur Community Page wurde

Anton Osika (CEO, Co-Founder)

Im Sommer 2023, wenige Monate nach dem Release von ChatGPT 3, stand Anton Osika um 6 Uhr morgens vor der Wohnungstür seines Freundes Fabian, mit einer Idee, die das Coden obsolet machen sollte. Zuvor war er erfolgreicher CTO von Depict, dem wohl am schnellsten wachsenden schwedischen Startup aller Zeiten, doch E-Commerce-Optimierung erfüllte ihn nicht mehr. An einem Wochenende programmierte er „GPT Engineer“ – ein Tool, das Apps aus einfachem Englisch generierte. Der GitHub-Post explodierte: Hunderttausende Nutzer, zehntausende Stars und eine Erkenntnis:

Nicht Entwickler waren die treibende Kraft, sondern Menschen ohne Coding-Erfahrung, die erstmals ihre Ideen umsetzen konnten. Daraus wurde Lovable: das Canva für Code, mit der Mission, 1 Milliarde neue „Builder“ zu schaffen.

Und genau diese Mission “Coden für alle zugänglich zu machen” spiegelt sich auch in Antons LinkedIn-Strategie wider. Er nutzt die Plattform nicht nur, um Produkt-Updates zu teilen, sondern um eine Bewegung zu formen: eine Community aus potenziellen „Buildern“, Investoren und Early Adoptern, die seine Vision mittragen.

Schauen wir uns genauer an, wie er das schafft:

Wenn man sich Anton’s LinkedIn Content der letzten 4 Monate anschaut kann man folgende Statistiken erkennen:

Auffällig ist, dass Anton LinkedIn nicht wie eine reine Business-Bühne, sondern wie eine echte Social-Media-Plattform nutzt. Statt Woche für Woche nur „Expertenbeiträge“ zu veröffentlichen, teilt er häufig spontane Kurzgedanken, aktuelle Erlebnisse oder Beiträge aus seiner Community – immer ergänzt durch seine persönliche Sichtweise.

Die großen Meilenstein-Posts erzielen klar die stärkste Performance, werden aber bewusst seltener eingesetzt. In den ultrakurzen Beiträgen setzt er oft auf Humor oder lässt schlicht die Resultate von Lovable für sich sprechen.

Über alle Formate hinweg zeigt sich: Wer von seinem Produkt überzeugt ist und Ergebnisse liefert, muss diese nur sichtbar machen – der Rest entsteht fast von selbst.

Ein weiterer Baustein seiner Strategie: Anton gibt seiner Community und seinem Team regelmäßig öffentliche Wertschätzung – sei es durch Erwähnungen, Shares oder konkrete Anerkennung.

Beschleunigung durch das Team

Laut dem letzten öffentlichen Stand beschäftigt Lovable rund 45 Vollzeitmitarbeiter. Auf der LinkedIn Company Page lassen sich davon 29 aktive Profile finden. Die interne Posting-Dynamik ist klar erkennbar:

  • 9 Mitarbeiter posten aktiv eigene Inhalte – 5 davon sogar wöchentlich oder fast täglich und die anderen 4 gelegentlich (ca. 2x im Monat). Alle 9 teilen aber konsequent die Posts des CEO und teilweise der anderen Mitarbeiter gegenseitig.

  • 20 Mitarbeiter posten selbst kaum, teilen jedoch regelmäßig Inhalte des CEO oder der aktiven Mitarbeiter.

Das Ergebnis: ein klarer Ripple-Effekt.

Anton Osika postet regelmäßig Founder-led-Content, der über mehrere Ebenen seiner Mitarbeiter-Community weitergetragen wird. Dadurch vervielfacht sich die organische Reichweite und Lovable ist mit verhältnismäßig wenig originärem Content aus der Belegschaft auf LinkedIn konstant präsent.

Entscheidend ist, dass diese Aktivität nicht nach erzwungener „Employee Advocacy“ wirkt. Vielmehr entsteht der Eindruck einer gelebten Kultur, in der Mitarbeiter stolz auf ihre Arbeit und das Produkt sind und es deshalb gerne teilen.

Dass viele der besonders aktiven LinkedIn-Stimmen aus dem C-Level kommen, verstärkt diesen Effekt: Wenn Führungskräfte vorleben, wie man auf LinkedIn sichtbar wird, zieht das die gesamte Organisation mit.

Kurz gesagt: Lovable hat eine Founder-first-Strategie, die durch authentische Mitarbeiterbeteiligung skaliert (ohne starre Social-Media-Vorgaben, sondern über echte Begeisterung).

Company Community Page

Bevor ich Lovable analysiert habe, war ich von einer Sache überzeugt:
LinkedIn Company Pages bringen nicht viel.

Reichweite? Kaum.
Relevanz? Eher bei Jobpostings und als „digitales Firmenschild“, um Mitarbeiter und Stellen zu verknüpfen.
Content? Meist langweilige Updates, die niemanden interessieren.

Genau deshalb bin ich so überzeugt von Founder-led Content – er funktioniert.

Lovable weiß das vermutlich auch.
Doch ihre Lösung ist nicht: einfach nichts machen.
Stattdessen haben sie die Company Page komplett neu gedacht – nicht als starre Unternehmensseite, sondern als Community-Hub.

Ein Blick auf ihre Beiträge der letzten Monate zeigt:

  • Sie teilen regelmäßig Content des CEOs und der aktiven Mitarbeiter (wieder dieser Ripple-Effekt).

  • Sie veranstalten fast jede Woche LinkedIn Live Events – mit Gastsprechern, Live-Experimente mit dem Produkt und sogar Wettbewerben.

Das ist Content für die Leute, die wirklich tiefer eintauchen wollen.

Früher war die Company Page oft reiner TOFU (Top of Funnel) und die Founder Page BOFU (Bottom of Funnel). Bei Lovable ist es heute umgekehrt: Die Company Page ist der Ort für Community, Bindung und Mehrwert – und die Founder Page die große Reichweitenmaschine.

Brillant, oder? Statt Reichweite zu erzwingen, nutzen sie die Company Page als Werkzeug, um Fans zu echten Markenbotschaftern zu machen.

Build a Community

Anton Osika lebt auf LinkedIn eine Kultur der Wertschätzung. Er spricht nicht nur über sein Produkt, er spricht über die Menschen, die es nutzen. Erfolgreiche Kundenstorys, spannende Use Cases oder einfach ein öffentliches „Danke“ sorgen dafür, dass sich die Community als Teil der Reise fühlt. Das hat zwei Effekte:

  • Die Bindung zur Marke steigt enorm.

  • Die Community wird selbst zum Multiplikator, weil sie gerne Inhalte teilt, in denen sie vorkommt.

So setzt du es um:

  • Kunden sichtbar machen: Teile konkrete Erfolgsgeschichten mit Zahlen, Zitaten und Namen (mit Einverständnis). Und wenn du erwähnt wirst, auch die Beiträge.

  • Erwähnungen gezielt einsetzen: Markiere relevante Personen in Posts, wenn ihr Input oder Erfolg zur Story beiträgt.

Enable deine Mitarbeiter

Bei Lovable entsteht Reichweite nicht nur durch den CEO – sie multipliziert sich über das Team. Der Schlüssel: Die Mitarbeiter werden nicht zu LinkedIn-Posts „verpflichtet“, sondern sind intrinsisch motiviert, weil sie stolz auf ihre Arbeit sind. Viele teilen regelmäßig Beiträge des CEOs oder anderer Kollegen und posten eigene Inhalte. Das erzeugt einen Ripple-Effekt: Ein Beitrag erreicht nicht nur das Netzwerk des Autors, sondern auch die Netzwerke aller, die ihn teilen.

So setzt du es um:

  • Interne Vorbilder schaffen: Sorge dafür, dass 2–3 Führungskräfte oder sichtbare Teammitglieder regelmäßig auf LinkedIn aktiv sind.

  • Motivation durch Wertschätzung: Stelle dein Team regelmäßig vor. Teile ihre Erfolge und wertschätze sie. Lass sie von selber das Verlangen bekommen ein Teil der Bewegung zu werden.

  • Erfolge sichtbar machen: Teile intern, wenn ein Post viral geht oder Leads bringt – so verstehen alle den Impact.

Mache die Company Page nutzvoll

Viele Unternehmen behandeln ihre LinkedIn Company Page wie ein digitales Schwarzes Brett: Jobanzeigen, Pressemitteilungen, ab und zu ein Update. Lovable geht den entgegengesetzten Weg: Die Company Page ist ein Ort für Interaktion, Bindung und echten Mehrwert. Fast jede Woche gibt es LinkedIn Live Events, bei denen mit Gastsprechern gesprochen, Produktfunktionen live getestet oder Wettbewerbe durchgeführt werden. Dazu kommen geteilte Beiträge von CEO und Team, die den Community-Charakter verstärken.

So setzt du es um:

  • Regelmäßige Events planen: Etabliere ein wiederkehrendes Format (z. B. wöchentliche Live Sessions oder monatliche Q&As).

  • Mitarbeiter- und Community-Content bündeln: Teile auf der Company Page nicht nur eigene Posts, sondern auch Highlights aus der Community.

  • Exklusivität schaffen: Mach die Page zu einem Ort, an dem Fans und Kunden Inhalte bekommen, die es anderswo nicht gibt.

Lovable zeigt, wie kraftvoll LinkedIn sein kann, wenn Founder-led Content, Mitarbeiterbeteiligung und Community-Building ineinandergreifen.

Und damit war’s das für heute!

Ich wünsche dir einen wunderschönen Start in die neue Woche und have fun creating!

Mit 💙 von Samuel.

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