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Hey Blues 👋
Dies letzten Wochen ist viel passiert auf LinkedIn.
Socialinsider hat 1.3 Millionen Business-Posts analysiert und die LinkedIn Benchmarks 2026 veröffentlicht. LinkedIn selbst hat ein massives Update für B2B Marketer angekündigt: Neue Creator-Sponsorships, erweiterte Video-Optionen, flexible CTV-Buying-Möglichkeiten.
Und dann (fast nur nebenbei) hat das LinkedIn Engineering Team ein Blog Post veröffentlicht, der eigentlich die wichtigste News ist.
Sie haben neue Infos zu dem Feed-Algorithmus gegeben.
Wenn du auf LinkedIn aktiv bist (als Creator, als Founder, als Marketer) dann wird diese Ausgabe besonders interessant sein.
In dieser Ausgabe:
Die Benchmarks aus der Analyse von 1.3 Millionen Beiträgen
LinkedIn's Creator-Offensive: Warum B2B Marketer jetzt massiv in Influencer investieren
Der neue Algorithmus: Wie LLMs deinen Feed verstehen
Let’s go! 🕺


Die Benchmarks aus 1.3 Millionen Posts
Die Daten zeigen ein klares Bild: LinkedIn wird visueller, aber nicht alle visuellen Formate performen gleich.
Was vor allem heraussticht sind Native Documents mit der höchsten Engagement-Rate: 7.00% (das sind PDFs die direkt auf LinkedIn hochgeladen werden und als Carousel angezeigt werden).
Das ist eine 14% YoY-Steigerung. Während andere Formate stagnieren oder fallen, steigen Native Documents weiter.
Warum? Julia Holmqvist (Social Media Manager bei Semrush) bringt es auf den Punkt:
"Document posts perform well because they behave like 'free value' on a platform where people actively want to learn. LinkedIn is one of the few social platforms where audiences are genuinely looking for practical takeaways – reports, frameworks, templates. Documents work great because they're downloadable. People can save them and actually use them later."
Außerdem ist interessant, dass LinkedIn nicht nur visueller, sondern auch engagierter wird. Menschen interagieren mehr mit Content, egal welches Format.
Aber es ist nicht alles am steigen: Video Views sind um 36% YoY gefallen.
Über alle Page-Größen. Selbst die größten Pages mit 100k-1M Followern haben massiv weniger Video Views als 2024.
Fernando J (Senior Content Strategist) hat eine Theorie:
"A lot of the content follows the same structure: hook, insight/value, and call to action. While that formula can work, it's becoming very saturated. Since people often come to LinkedIn expecting more professional or distinct content, seeing the same patterns they see elsewhere may reduce engagement."
LinkedIn ist keine Video-First Platform. Menschen kommen nicht zu LinkedIn um endlos zu scrollen wie auf TikTok.

LinkedIn's Creator-Offensive: Warum B2B Marketer jetzt massiv investieren
LinkedIn hat ein großes Update für B2B Marketer angekündigt. Drei neue Initiativen:
1) Premium Creator Sponsorships mit "Top Voices 360"
LinkedIn erweitert sein Creator-Programm massiv. Brands können jetzt nicht nur einzelne Shows sponsorn, sondern 360-Grad-Partnerschaften mit Top Voices eingehen.
Was das bedeutet:
Exclusive Editorial Shows (unterstützt durch BrandLink Ads)
Co-branded Posts
Industry Event Appearances
Integrierte Kampagnen über mehrere Touchpoints
2) BrandLink Enhancements
LinkedIn macht es einfacher für Brands, mit Premium Publishers zu arbeiten:
Live Events in Long-Term Impact verwandeln (Forbes Under 30 Summit, WSJ Future of Everything)
Neue globale Publisher: Axel Springer (DE), The CEO Magazine (AU), NYSE (US), Reuters Japan (JP), TIME (US), Times Network (IN)
Self-Serve Option in Campaign Manager (schnellere Setup)
Stripe Integration für Creator Payouts

Quelle: LinkedIn Pressroom
3) Flexible CTV Buying mit The Trade Desk
Erstmals können Marketer wählen, wie sie LinkedIn CTV Ads kaufen: Direkt über Campaign Manager oder programmatisch über The Trade Desk.
Warum das wichtig ist:
LinkedIn hat parallel eine neue Studie veröffentlicht: 2026 Global B2B Marketing Outlook (1.299 B2B Marketer in USA, UK, FR, DE, IN).
Die Zahlen sind krass:
82% der B2B Marketer die mit Creators arbeiten sagen: Influencer-Kampagnen sind essential für messbaren ROI.
81% der B2B CMOs glauben dass Video Sales Cycles beschleunigt im Vergleich zu anderen Formaten.
56% der B2B Buyers nutzen Creator-Input in der finalen Buying-Stage um Empfehlungen zu bestätigen.
81% der B2B Marketer sagen: Pulling back von Creators würde bedeuten, Revenue auf dem Tisch zu lassen.

Wie LLMs deinen Feed verstehen
Okay, jetzt wird es etwas technical.
Das LinkedIn Engineering Team hat vor 3 Wochen einen detaillierten Blog Post veröffentlicht: "Engineering the next generation of LinkedIn's Feed."
Sie erklären genau, wie der neue Algorithmus funktioniert. Und warum er fundamental anders ist als der alte.
Der alte LinkedIn Algorithmus hatte ein Problem: Er war rückwärtsgewandt.
Wenn du vor 2 Jahren viel mit Finance-Posts interagiert hast, hat der Algorithmus dir weiter Finance-Content gezeigt. Auch wenn deine Interessen sich längst geändert haben.
Das LinkedIn Engineering Team beschreibt es so:
"Prior systems were more driven by past engagement, as opposed to more recent activity. The result was a feed that was stable but, in many cases, stale."
Das neue System: LLMs + Semantic Understanding
LinkedIn hat den Feed komplett neu gebaut. Mit zwei Hauptkomponenten:
1) Unified Retrieval mit LLM Embeddings
Früher hatte LinkedIn mehrere separate Retrieval-Quellen: Trending Content, Collaborative Filtering, Keyword-based Retrieval, Embedding Systems.
Jetzt: Ein einziges LLM-basiertes Retrieval System.
Was das bedeutet:
Das System versteht semantische Beziehungen, nicht nur Keywords.
Beispiel von LinkedIn:
"If you happen to be interested in 'electrical engineering' but engage heavily with posts about 'small modular reactors,' traditional keyword-based systems might miss the connection. Our LLM-based retrieval understands these topics are semantically related because the underlying language model brings world knowledge – it knows that electrical engineers often work on power grid optimization, renewable energy integration, and infrastructure challenges."
Das ist kein Keyword-Matching mehr. Das ist konzeptuelles Verständnis.
2) Generative Recommender (GR) Model für Ranking
Der alte Ranking-Algorithmus behandelte jeden Post isoliert. Unabhängig voneinander.
Der neue Algorithmus behandelt deinen Feed als Sequence. So gesagt als eine “Geschichte”.
LinkedIn's GR Model verarbeitet 1,000+ deiner historischen Interaktionen und versteht:
Temporale Patterns
Long-term Interesse
Deine Journey
Deine professionellen Ziele
Das Engineering Team erklärt:
"When you engage with a post about machine learning on Monday, then interact with distributed systems content on Tuesday, and open LinkedIn again on Wednesday, our model understands these aren't random events. It's the natural continuation of a learning journey. Traditional models see three independent decisions; a sequential model understands the trajectory."
Was sich konkret ändert
1) Freshness in Minuten, nicht Stunden
Der alte Algorithmus brauchte Stunden um neue Trends zu erkennen.
Der neue Algorithmus updated in Minuten.
"When industry news breaks and relevant posts start getting traction, you see them within minutes, not hours. When you engage with content signaling a new professional interest, subsequent Feed visits reflect that updated understanding almost immediately."
2) Cold Start Problem gelöst
Neue LinkedIn Member oder Menschen die selten posten hatten früher ein Problem: Der Algorithmus hatte nicht genug Daten.
Jetzt nutzt das LLM World Knowledge um Interessen zu deduzieren.
Nur durch deinen Headline, Job Title, Skills kann das System bereits relevanten Content finden, ohne Engagement History.
3) Engagement Bait wird aktiv bestraft
LinkedIn's System erkennt jetzt "Comment YES if you agree"-Posts und unterdrückt sie aktiv. Das Engineering Team hat das System trainiert, zwischen echtem Mehrwert und Engagement-Manipulation zu unterscheiden.
P.S. Ich finde das alles super spannend aber frage mich wirklich, wie gut das wohl alles funktionieren soll haha 😄 Das wichtigste was ich mir aus allem mitnehme: Meine eigenen LinkedIn Aktivität hinterfragen um relevanten Content bei mir ausgespielt zu bekommen und auch überlegen, was das Content-technisch bedeuten kann.

LinkedIn existiert seit über 20 Jahren. Aber ihr Schritt in Richtung Creator Economy? Der ist noch sehr jung.
Wenn du diese Woche Native Documents siehst oder Algorithmus-Changes liest, denk dran: Das sind keine Anweisungen, deine gesamte Strategie über Bord zu werfen. Es geht darum, neue Blickwinkel zu bekommen. Zu verstehen, warum deine Performance vielleicht schwankt. Zu sehen, welche Mechaniken im Hintergrund laufen.
Aber das Wichtigste bleibt: Weitermachen.
Wenn dein Ziel eine Creator-Partnerschaft ist. Wenn du eine Personal Brand aufbauen willst. Wenn du auf LinkedIn Thought Leadership entwickeln möchtest.
Dann weißt du: Die Reise dorthin hat selbst für die größten Personal Brands Jahre gebraucht.
Also nutze die Insights. Experimentiere mit Formaten. Verstehe den Algorithmus.
Aber lass dich nicht von schwankenden Zahlen aus der Ruhe bringen. Und wirf nicht jede Woche deine Strategie um, weil ein neues Benchmark-Report rauskommt.
Kontinuität schlägt Perfektion.
Samuel

Ich halte dieses Jahr einen Workshop auf dem Business Creator Summit! Das Motto vom BCS ist: “Personal Branding is a business”. Wenn dich das anspricht solltest du unbedingt dabei sein. Hier sind weitere Infos zum Event
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