
In Unterstützung mit beehiiv
Hey Blues 👋
Auf der Suche nach dem Blueprint für Personal Branding auf LinkedIn ist mir als ehemaliger Marketing Manager, der mehrere Plattformen gemanaged hat, etwas aufgefallen:
Ja, jede Plattform funktioniert anders. Aber LinkedIn hat etwas Besonderes.
(Besonders einschränkend, um genau zu sein 😅)
Bei fast allen anderen Plattformen kannst du mehrere Touchpoints pro Tag kreieren:
Instagram: mehrere Stories am Tag, Feed-Posts, Reels - alles gleichzeitig.
TikTok: Videos + Reels, verschiedene Formate, Tests ohne Penalty.
YouTube: Shorts, Videos, Community-Posts - parallel spielbar.
Und dann ist da LinkedIn.
Selbst da sind sich alle einig: Maximal 1 Beitrag am Tag.
Manche gehen sogar weiter: Alle 2 Tage posten, weil Beiträge mittlerweile mehrere Tage “leben” können.
Warum ist das so und wie können wir diese Limitation strategisch umgehen?
Darum soll es heute gehen.
In dieser Ausgabe:
Warum LinkedIn's 1-Post-Regel ein Distributions-Problem schafft
Warum Teams einen systematischen Vorteil auf LinkedIn haben
2 konkrete Strategien, um auch als Solo-Creator zu profitieren
Let’s go! 🕺


LinkedIn's Sichtbarkeits-Problem
Hier ist das Problem mit LinkedIn, das andere Plattformen nicht haben:
Wenn du einfach nur die App öffnest und ein Beitrag von deinem Lieblingscreator erscheint, du in dem Moment aber nicht reagieren kannst und die App schließt, wird dir dieser Beitrag nicht mehr angezeigt.
Er ist weg.
Anders als bei Instagram (Stories bleiben 24h), YouTube (Videos im Abo-Feed) oder TikTok (FYP rotiert) gibt es auf LinkedIn selten eine "zweite Chance".
Der Content lebt nicht länger für die Leute, die es im Normalfall richtig interessieren könnte.
Und wenn du jetzt mehrmals am Tag postest, um das zu kompensieren?
LinkedIn selbst sagt: "People want to see content from a range of voices. If you share several posts close together, members will likely see the one that is most relevant to them."
Übersetzt: Deine Posts konkurrieren gegeneinander um Sichtbarkeit.
Das bedeutet praktisch als Beispiel:
Wenn du 2-3x am Tag postest, erreichen deine Posts insgesamt 8.000 Menschen, aber jeder einzelne Post erreicht nur 2.500-3.000.
Wenn du 1x am Tag postest, erreicht dieser eine Post vielleicht 5.000-6.000 Menschen.
Du kannibalisierst deine eigene Reichweite.

Warum Teams einen unfairen Vorteil haben
Stell dir vor, du bist Solopreneur. Du postest 3x pro Woche, wie empfohlen wird.
Das sind 3 Touchpoints für deine Audience. Pro Woche.
Jetzt stell dir vor, du bist ein Unternehmen mit einem aktivierten Team:
CEO postet 3x/Woche
CTO postet 2x/Woche
Head of Marketing postet 2x/Woche
Head of Sales postet 2x/Woche
Das sind 9 Touchpoints für deine Audience. Pro Woche.
Und hier ist der Clou: Die Posts konkurrieren NICHT miteinander, weil sie von verschiedenen Accounts kommen.
Stattdessen:
Jeder erreicht seine eigene Audience (die sich überlappen, aber auch unterschiedlich sein kann)
9x mehr "Slots" im LinkedIn-Feed für dein Thema/Unternehmen
Verschiedene Perspektiven = Authentischer (nicht nur CEO-Bubble)
Cross-Promotion zwischen den Accounts verstärkt die Reichweite
Das ist der neue effektive Weg, um als Unternehmen LinkedIn zu aktivieren. Nicht über die Company Page.
(FYI: Laut LinkedIn Marketing Solutions generiert Employee-Content 2x mehr Engagement als Company Page Posts)

Strategie für Soloselbstständige
Schön und gut, ergibt auch alles Sinn. Aber was mache ich, wenn ich kein Team habe? Habe ich dann einen systematischen Nachteil?
Ich glaube ja... (Aber du bist nicht allein 😅)
Du kannst aber einen anderen Vorteil nutzen!
Du kannst mit anderen in deiner Nische zusammenarbeiten. Den Konkurrenzgedanken runterschlucken und gemeinsam mehr profitieren.
Das selbe Prinzip, aber anders angewandt:
Taktik A: Themen-Rotation über einen Zeitraum
Macht ein Format über einen gewissen Zeitraum, wo ihr euch gegenseitig markiert/erwähnt und eurer Community zeigt, was man in welcher Frequenz erwarten kann.
Beispiel:
3 LinkedIn-Creator in der "Fitness"-Nische tun sich für Februar zusammen:
Montag: Person A postet über "Workout Pläne", taggt Person B für Mittwoch
Mittwoch: Person B postet über "Ernährungsplan", taggt Person C für Freitag
Freitag: Person C postet über "Disziplin", taggt Person A für Montag
Rotation wiederholt sich in anliegenden Themen
Ergebnis:
Jeder hat ein Format für die Woche
Postet für dieses Format nur 1x/Woche (nachhaltig, keine Kannibalisierung)
Aber die Community sieht 3x/Woche relevanten Content zum Thema
Cross-Promotion zu komplementären Audiences
Höherer Perceived Value durch Variety
Du erreichst nicht nur deine Audience, sondern auch die der anderen 2 Personen
Taktik B: Teil 1 + Teil 2 Format
Tu dich mit jemand anderem zusammen und teilt ein Thema in Teil 1 und 2 auf. Jeder macht seinen Part, aber verlinkt die andere Person für den zweiten Teil.
Beispiel:
Person A (Webdesigner) postet: "Die beste Struktur für Product-Landingpages"
Person B (Web-Copywriter) postet: "Die 3 größten Copy-Fehler, die selbst perfekt designte Landing Pages zerstören"
Beide markieren sich am Ende in Form von “Wenn du mehr zu Thema A/B hören möchtest hat Person A/B etwas dazu gepostet”
Ergebnis:
2 Posts zu anschießenden Themen am selben Tag (keine Kannibalisierung, weil verschiedene Accounts)
Traffic-Flow zwischen beiden Accounts
Höhere Dwell-Time (User wechselt zwischen Posts)
Gemeinsame Reichweite > Einzelreichweite
Und by the way:
Die LinkedIn Campaign Collaboration Daten zeigen: Cross-Promotion zwischen komplementären Accounts führt zu 5-10% höherem monatlichen Follower-Wachstum für beide Accounts.

Team-Strategie: Aktiviere deine "Distribution-Team"
Wenn du ein Team hast: Nutze es strategisch, nicht aggressiv. Identifiziere 3-5 Personen in deinem Unternehmen, die eine Personal Brand aufbauen wollen (nicht müssen). Erstelle eine Content-Matrix, um einen Rahmen für die Beiträge zu schaffen.
Werdet zu wichtigen Anlässen kreativ und strategisch!
Zum Beispiel:
Bei wichtigen Launches postet jeder aus seiner Perspektive und wie man dazu beigetragen hat, über mehrere Tage verteilt.

Kooperations-Strategie: Finde deine "Content-Mates"
Wenn du solo bist: Identifiziere 2-3 Creator in komplementären Nischen. Startet ein 4-Wochen-Experiment: Themen-Rotation oder Teil-1/Teil-2-Formate.
Nutzt den Format-Gedanken, um eure Posting-Frequenz nachhaltig zu gestalten und durch die Cross-Promotion mehr Menschen zu erreichen.

Anstatt den aktuellen Stand von LinkedIn als Limitation zu sehen, müssen wir strategisch kreativ werden. Vielleicht mag es daran liegen, dass LinkedIns Algorithmus-Wechsel von netzwerkbasiert auf interessenbasiert noch nicht ausgereift ist, aber für mich ist klar:
Personal Branding auf LinkedIn funktioniert als “Networked Creator”, besser als “Individual Creator”.
Und wer weiß… vielleicht wird die Plattform dadurch auch zu einer attraktiveren Plattform.
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