
In Unterstützung mit beehiiv
Hey Blues 👋
Letzte Woche hatte ich eine 1:1 Deep Dive Session, die mich zum Nachdenken gebracht hat.
Mein Gegenüber zeigte mir stolz sein LinkedIn-Profil:
15.000 Follower
Über 7 Jahre hinweg aufgebaut
Seit 6 Monaten jetzt 1-2 Posts pro Woche
Aber dann die Zahlen:
Durchschnittlich 700 Impressions pro Post
Durchschnittlich 6 Kommentare (die Hälfte davon seine eigenen Antworten)
Durchschnittlich 10 Likes
Seine Frage an mich war: "Warum bestraft mich der Algorithmus so hart?"
Denn er hat gespürt, dass diese Ungleichheit für einige Menschen eine Red Flag ist.
Als wir tiefer gegraben haben, wurde das Problem schnell klar. Er hatte über 5 Jahre hinweg alle eingehenden Connection Requests akzeptiert, sein LinkedIn auf jedem Networking-Event wie eine Visitenkarte verteilt, regelmäßig Connection Requests für "mehr Follower" versendet. Das Resultat sind 15.000 Follower, von denen die große Mehrheit seine Nische, sein Angebot und sein Expertenwissen nicht interessiert. (Geschweige dessen, dass sie überhaupt LinkedIn auf irgendeine Art aktiv nutzen)
Nach dem Call habe ich darüber nachgedacht, wie viele Menschen wahrscheinlich in der gleichen Situation stecken oder denken, dass “mehr Follower” die Lösung für vieles ist.
(Ich bin ehrlich, das habe ich Anfangs auch gedacht)
In dieser Ausgabe:
Warum “mehr Follower” nicht die Lösung der Gleichung ist
Wo der Performance-Benchmark 2026 wirklich liegt
Was du tun solltest, wenn du unter dem Benchmark bist
Let’s go! 🕺

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Die falsche Gleichung
Die meisten Menschen, die mit ihrer LinkedIn-Performance unzufrieden sind, denken in einer bestimmten Logik. Sie sehen ihre niedrigen Impressions, ihre wenigen Kommentare, ihre stagnierende Reichweite. Und dann bildet sich in ihrem Kopf diese Gleichung: "Meine Performance ist schlecht, also brauche ich mehr Follower. Mehr Follower bedeutet, dass mehr Menschen meine Posts sehen. Wenn mehr Menschen meine Posts sehen, bekomme ich mehr Engagement. Mehr Engagement führt zu besserer Performance. Bessere Performance führt zu mehr Leads."
Diese Gleichung klingt logisch. Sie fühlt sich intuitiv richtig an. Aber sie ist falsch. Und zwar fundamental falsch.
Denn LinkedIn's Algorithmus zeigt deinen Post nicht allen deinen Followern. Er testet jeden Post zuerst an einem Sample. Wenn dieses Sample gut engaged und Zeit mit deinem Beitrag verbringt, dann wird der Post weiteren Menschen gezeigt. Wenn dieses Sample nicht engaged, stirbt dein Beitrag aus.
Bei der 1:1 Deep Dive Session war der Fall:
Er hat über 5 Jahre hinweg LinkedIn aufgebaut hast, indem er alle Connection Requests akzeptiert hat
das Profil auf jedem Networking-Event wie eine Visitenkarte verteilt hat
blind Connection Requests für "mehr Follower" versendet hat
Sein Netzwerk bestand aus 15.000 Menschen, von denen 80-90% seine Nische kaum interessiert hat. Sie lesen seine Beiträge nicht, engagen nicht, sondern sind einfach nur eine Followerzahl. (Genau das, was man als Vanity Metric bezeichnet)
LinkedIn's Algorithmus pickt jetzt zufällig Menschen aus diesen 15.000 für das initiale Sample. Wenn er dabei die "irrelevanten" 80-90% erwischt (und die Wahrscheinlichkeit ist hoch) performt der Post schlecht. Er landet bei den durchschnittlichen 700 Impressions, obwohl er 15.000 Follower hat.
Und wenn er seine “Follower-Strategie” weiter ausführt, wird es nicht besser. Weil noch mehr "irrelevante" Follower ins Sample gepackt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Algorithmus Menschen erwischt, für die sein Content wirklich relevant ist, sinkt weiter.
Lass mich dir ein konkretes Beispiel geben:

Creator A hat 15.000 Follower mit größtenteils irrelevanten Followern. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass das Test-Sample vom Beitrag hauptsächlich irrelevante Follower erreicht. Der Post bekommt wenig initiales Engagement und wird nicht gelesen. Der Algorithmus stuft ihn als nicht relevant ein.
Profil B hat 6.000 Follower mit größtenteils relevanten Followern. Der Post bekommt starkes initiales Engagement, der Algorithmus stuft ihn als relevant ein, pusht ihn weiter.
Aus diesem Szenario ist es schon fast logisch, warum Creator B eine bessere Beitragsperformance als Creator A haben wird, oder? Außerdem ist in diesem Kontext auch die Wahrscheinlichkeit für Creator B viel höher einen relevanten Wachstum zu erlangen.

Wo der Benchmark wirklich liegt
Ich höre oft: "Aber meine Impressions sind so niedrig, das kann doch nicht normal sein?" Deshalb lohnt es sich, einen Blick auf die aktuellen Daten zu werfen.
Shield Index hat im Januar 2026 eine Analyse von 50.000 LinkedIn Posts veröffentlicht. Die Zahlen sind ernüchternd, aber auch befreiend, wenn du verstehst, was sie bedeuten.

Quelle: The Shield Index anhand von 50.000 Beiträgen
Diese Benchmarks zeigen: Die meisten Menschen haben deutlich weniger Impressions als man erwartet. Und ich denke sie geben uns allen etwas Perspektive. Deine Performance ist wahrscheinlich nicht so schlecht wie du denkst. Anstatt dich mit dem Median zu vergleichen, vergleichst du dich wahrscheinlich mehr mit den Top-Performern (da diese wahrscheinlicher auch in deinem Feed zu sehen sind).
Aber (und das ist wichtig!) nur weil du am Median bist, heißt das nicht, dass deine Strategie gut ist. Es heißt nur, dass du nicht alleine bist mit dem, was du als "niedrige Performance" empfindest. Die Mehrheit der LinkedIn-Nutzer hat ähnliche Zahlen.

Was du tun solltest, wenn du unter Benchmark liegst
Okay, du hast die Daten gesehen. Aber jetzt die praktische Frage: Was solltest du konkret tun, wenn du unter diesen Benchmarks liegst oder generell bessere Resultate erlangen möchtest?
Die intuitive Antwort wäre: Mehr Follower sammeln. Aber wie wir schon besprochen haben, ist das genau der falsche Ansatz.
Hier sind stattdessen ein paar andere Ansätze:
Verbessere die Qualität deiner Follower, nicht die Quantität.
Das bedeutet konkret, dass die ausgesendeten Vernetzungsanfragen und eingehenden Vernetzungsanfragen stark hinterfragt werden. Ist dein Content für diese Menschen wirklich relevant? Ist ihr Content für dich wirklich relevant? Möchtest du mit dieser Person wirklich vernetzt sein?
Falls du ehrlicherweise gestehen musst, dass du dein Netzwerk wahllos aufgebaut hast: Trau dich mal in regelmäßigen Abständen, dein Netzwerk auszumisten.
Fokussiere dich auf Content-Qualität, nicht auf Content-Frequenz.
Die Idee, dass du 5x pro Woche posten musst um den Algorithmus zu füttern, ist überholt. 2-3 Post pro Woche, die ein spezifisches Problem deiner Zielgruppe mit einer konkreten Lösung adressieren und deine echte Expertise zeigen, sind mehr wert als fünf generische Beiträge.
LinkedIn's Algorithmus belohnt mittlerweile Qualität mindestens genauso stark wie Frequenz. Lieber einen Post, der wirklich engaged wird, als fünf Posts, die in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Gib Engagement, statt nur zu nehmen.
Die meisten Menschen posten und warten dann auf Kommentare. Das funktioniert nicht, besonders nicht wenn du gerade erst anfängst oder dein Netzwerk neu aufbaust. Identifiziere 10 bis 15 Accounts, die entweder deine Zielgruppe sind oder deine Zielgruppe erreichen.
Was passiert? Diese Menschen oder ihr Netzwerk werden dich kennen. Manche werden anfangen, zurück zu engagen. Manche werden Teil deiner engaged Community. Das ist Fleißarbeit, kein Hack. Aber es funktioniert.
Und hier ist was du definitiv nicht tun solltest:
Engagement Pods joinen. Follow/Unfollow-Strategien fahren. Automation-Tools nutzen. Viral-Content-Formate kopieren, die nicht zu deiner Nische passen. All das führt zu mehr Vanity Metrics, aber nicht zu besseren Business-Resultaten.

Durch den Deep Dive Call ist mir aufgefallen: Es gibt zwei Gruppen, die mit dem gleichen Missverständnis kämpfen.
Die erste Gruppe sind Accounts mit vielen Followern, die mit ihrer Performance kämpfen. Niedrige Impressions, kaum Kommentare, stagnierende Reichweite. Sie strahlen eine gewisse Unauthentizität aus, weil die Zahlen nicht zusammenpassen. Große Follower-Zahl, aber keine echte Resonanz.
Die zweite Gruppe sind kleine Accounts, die mit ihrer Performance unzufrieden sind und denken, dass mehr Follower die Lösung wären. Dass sie nur diese magische Schwelle von 5.000 oder 10.000 erreichen müssen, und dann wird alles besser.
Beide Gruppen suchen die gleiche falsche Lösung.
Die Wahrheit ist: Diese Probleme entstehen nicht, weil du zu wenige Follower hast oder weil der Algorithmus dich bestraft. Sie entstehen, weil nach der schnellen Lösung gesucht wird. (Und ich muss gestehen, dass ich manchmal auch ungeduldig bin und mich in dieser Einstellung wiederfinde)
Anstatt die Zeit und Arbeit in echte Verbindungen zu stecken. Anstatt Vertrauen aufzubauen mit den richtigen Menschen. Anstatt in Content zu investieren, der wirklich relevant ist für eine spezifische Gruppe.
Stattdessen wird überlegt: Wie kriege ich einfach, automatisch, schnell mehr von allem? Mehr Follower, mehr Impressions, mehr Engagement, mehr Leads.
Aber Content funktioniert nicht so. Es hat nie so funktioniert.
Was funktioniert: Über Monate hinweg mit dem richtigen Content für die richtigen Menschen, Zeit investieren.
Ja, das ist langweilig und bringt keine schnellen Resultate.
Aber es ist ein Weg, der nachhaltig funktioniert. (Reminder an mich selbst)
LG
Samuel
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