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Hey Blues 👋

Adam Mosseri (Instagram CEO) hat letzte Woche einen Post veröffentlicht, der die Creator-Welt aufhorchen lassen sollte: "Authenticity is becoming a scarce resource, driving more demand for creator content, not less."

Wir leben in einer Welt, wo “KI-generiert” und “Realität” fast nicht mehr zu unterscheiden ist. Und Menschen geben sich nicht damit zufrieden, sondern werden skeptisch und suchen nach echten Stimmen, echten Erfahrungen, echten Menschen.

Aber dann stellt er die unbequeme Frage, die jeden Creator und Personal Brand 2026 beschäftigen sollte:

"Can you make something that only YOU could create?"

Ich habe die letzte Woche damit verbracht, zu versuchen diese Frage zu beantworten. Nicht abstrakt, sondern konkret für LinkedIn. Denn während Instagram fürs erste seine Lösung gefunden hat (mehr dazu gleich), steht LinkedIn vor einem noch größeren Problem.

In dieser Ausgabe:

  • Das Instagram Paradox: Wenn Perfektion zum Problem wird

  • Warum es auf LinkedIn ein größeres Problem ist

  • Wie ich Content kreiere, den nur ich erstellen kann

Let’s go! 🕺

Das Instagram-Paradox: Wenn Perfektion zum Problem wird

Mosseri beschreibt einen fundamentalen Shift: "Rawness isn't just aesthetic preference anymore - it's proof. It's defensive. A way of saying: this is real because it's imperfect."

Als ich das gelesen hatte, dachte ich:

Smaaaaart! Ja das stimmt!

Wenn jeder mit Midjourney perfekte Bilder generieren kann, wird die verwackelte iPhone-Aufnahme zum Authentizitäts-Signal.

Instagram hat seine Lösung für den Anfang gefunden: Imperfektion als Trust-Signal.

Aber wie übersetzt sich das auf LinkedIn?

Warum es auf LinkedIn ein größeres Problem ist

Jetzt wird es interessant: Wie übersetzt sich dieser Shift auf LinkedIn? Wenn auf Instagram durch bewusste Bild-Imperfektion Authentizität signalisiert werden kann, wie ist es mit LinkedIn?

Auf LinkedIn, wo “Text” der primäre Content-Typ ist, haben wir ein fundamentales Problem:

Die Einstiegshürde für "qualitativ akzeptablen" Content mit Hilfe von KI liegt fast bei null.

Jeder kann jetzt in 30 Sekunden einen 1.200-Zeichen-Post generieren, der:

  • Strukturiert ist

  • "Professionell" klingt

  • Keine Rechtschreibfehler hat

Heute können wir die generierten Beiträge noch teilweise erkennen. In ein paar Monaten werden wir es nicht mehr können.

Also müssen wir uns im Sinne von “raw aesthetic” in Text-Beiträgen gegen Struktur entscheiden und Tippfehler einbauen, um Authentizität zu signalisieren und uns von anderen abzuheben?

Das kann es doch nicht sein oder? Rechtschreibfehler einzubauen ist doch kein Authentizitäts-Beweis! (oder? 😅)

Die Lösung kann also nicht in der Form liegen, sondern im Inhalt.

Ich glaube, dass wir die Antwort in der Kernfrage von Mosseri finden und sie für uns relevanter ist als alle anderen Aussagen:

"Can you make something that only YOU could create?"

Hier ist mein Versuch, sie zu beantworten.

Einzigartigkeit durch deine Erfahrung

Wenn man sich tief mit der Frage auseinandersetzt: Was kannst nur DU teilen? Dann gibt es eigentlich nur eine Antwort:

Das, was du erlebt hast.

Wir können die gleichen Ziele haben, in der selben Nische sein und das selbe Angebot haben. Das, was nie 100% identisch sein wird ist unser Lebenslauf - unsere Erfahrung.

Aber come on… so einfach kann die Antwort ja nicht sein…

Denn sind wir mal ehrlich:

Wir brauchen nicht nur Lebensläufe und Anekdoten aus der Vergangenheit von anderen Menschen konsumieren, oder?

Wir wollen Mehrwert. Wir wollen Content konsumieren, der uns weiterhilft, Spaß macht, inspiriert – oder alles drei zusammen.

Also können wir die Frage folgendermaßen runterbrechen:

“Wie schaffe ich Content, der sowohl Mehrwert liefert als auch einzigartig ist?”

Ich sehe die Antwort darin, wenn unser Content beide Punkte erfüllt:

Mehrwert für die Zielgruppe + die persönliche Lebenserfahrung = Einzigartigkeit

Keine generische “Expertisen-Beiträge” mehr.
Keine egozentrischen “persönliche Beiträge” mehr.
Keine Content-Strategie, die beides unterteilt für quantitativen Output.

Sondern Mehrwert + Erfahrung in einem.

Das macht einen Beitrag einzigartig.

Was die KI nicht tun kann

Aber es gibt noch eine zweite Ebene, die ich letzte Woche realisiert habe.

Und die ist vielleicht noch wichtiger als die erste.

Mosseri schreibt: "In a world of infinite abundance and infinite doubt, the creators who can maintain trust and signal authenticity - by being real, transparent, and consistent - will stand out."

Das Schlüsselwort hier ist Trust (Vertrauen).

Und hinsichtlich Vertrauen, bewegen wir uns auf LinkedIn auf ganz dünnem Eis.

Denn hier ist die Wahrheit:

Jedem LinkedIn-Creator ist klar, dass es hier eine Business-Plattform ist. Dass es hier um Kundengewinnung, Leads und Möglichkeiten geht. Darauf ist das Netzwerken, Kommentieren und die Content-Erstellung ausgelegt.

Genau deshalb wird das Gegenteil herausstechen:

  • Wenn man Content für die Zielgruppe teilt und nicht für die Kundengewinnung

  • Wenn man für den Beziehungsaufbau kommentiert und nicht für die eigene Reichweite

  • Wenn man bei Lead Magnets den Mehrwert priorisiert, statt die Leads

Das wird man merken. Das wird Vertrauen aufbauen.

Und hier ist der entscheidende Unterschied:

Jeder wird mit KI “perfekte” LinkedIn Beiträge generieren können. Aber das alleine kann keine Beziehungen aufbauen.

Der eigentliche Shift der uns auf LinkedIn erwartet ist:

Von "Content, den jeder erstellen kann" zu "Beziehungen, die nur du aufbauen kannst."

Mosseris Kernfrage "Can you make something only YOU could create?" wird 2026 zum Filter zwischen relevanten und irrelevanten Personal Brands.

Und während alle auf die KI für mehr Automationen, Output und Gewinn schauen, könnte das Nicht-Skalierbare immer mehr an Wert gewinnen.

Was sind deine Gedanken dazu? Feel free to let me know und schreib mir einfach auf LinkedIn!

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