In Unterstützung mit beehiiv

Hey Blues 👋

Wahrscheinlich hast du es auch schon mitbekommen, aber es herrscht auf LinkedIn ein unterschwelliger Konsens:

Company Pages sind tot.

Founder-Led Content is the way to go. Personal Branding über alles. Der CEO muss posten, nicht die Company-Page.

Und ich stehe auch hinter diesem Ansatz. Vor allem, wenn du nicht genügend Ressourcen hast LinkedIn richtig zu bespielen, dann bringt der Fokus auf Founder-Led Content den größten ROI.

Aber ich wage es zu sagen: Company Pages sind nicht tot. Sie werden nur falsch genutzt.

Während die meisten ihre Company Pages wie alle anderen Kanäle behandeln (optimiert für Wachstum, für Reichweite, für neue Follower), gibt es einen anderen Ansatz, der in meinen Augen komplett übersehen wird.

Was ist, wenn wir Company Pages nicht mehr als Top-of-Funnel betrachten, sondern als Middle-of-Funnel? Was ist, wenn wir davon ausgehen, dass Menschen zuerst dem Founder folgen, und dann aus echtem Interesse der Company Page folgen?

Was ist, wenn wir aufhören, Company Pages als Broadcasting-Channel zu sehen, und anfangen sie als Community-Hub zu nutzen?

Diese Woche habe ich mir die Zahlen angeschaut. Und dann die wenigen Unternehmen analysiert, die Company Pages anders nutzen. Was ich gefunden habe: Eine Aussicht für einen anderen Ansatz, der in 2026 tatsächlich funktionieren könnte.

In dieser Ausgabe:

  • Warum Company Pages 60% ihrer Reach verloren haben

  • Warum "Community Page" statt "Company Page" der richtige Frame ist

  • Beispiele, wie Company Pages als Community-Hub genutzt werden (und was du davon lernen kannst)

Let’s go! 🕺

Warum Company Pages kollabiert sind

Lass uns ehrlich sein. Die Zahlen für Company Pages sind katastrophal.

Ich habe mich auf die Suche nach einigen Daten gemacht, und bin auf folgende Ergebnisse gekommen:

Warum das passiert ist

LinkedIn hat Anfang 2025 seinen Algorithmus fundamental umgebaut. Der alte Algorithmus belohnte Engagement-Volumen (Likes, Comments, Shares). Je mehr, desto besser. Der neue Algorithmus belohnt Depth.

LinkedIn misst jetzt: Wie lange bleiben Menschen bei deinem Content? Lesen sie ihn komplett? Speichern sie ihn? Teilen sie ihn privat? Diskutieren sie darüber in den Comments?

Das nennt sich Depth Score. Und Company Pages performen bei diesem Score miserabel. Warum? Weil Menschen nicht mit Brands engagen wollen. Sie wollen mit Menschen engagen.

Die neue Feed-Composition

  • 31% Top Creator Content (Personal Profiles mit hoher Performance)

  • 28% Promoted Company Content (Paid Ads)

  • 11% LinkedIn Ads

  • 2% Organic Company Content

Siehst du das Problem? Wenn du organisch mit deiner Company Page wachsen willst, kämpfst du um 2% des Feeds. Während Personal Profiles 31% bekommen. LinkedIn ist zu einer Creator Platform geworden. Nicht zu einer Brand Platform.

Die Refine Labs Study

Eine der krassesten Studien kommt von Refine Labs. Sie haben 7 Employee-Profile mit der Refine Labs Company Page verglichen. Die Employees hatten durchschnittlich 46% weniger Follower als die Company Page. Aber sie bekamen 2.75x mehr Impressions und 5x mehr Engagement. Lass das sacken. Weniger Follower. Mehr Reach. Mehr Engagement.

Weil: Menschen vertrauen Menschen, nicht Brands.

Der Shift von Wachstum zu Tiefe, von Company zu Community

Okay, die Zahlen sind klar. Company Pages performen schlechter als Personal Profiles. Das wissen wir jetzt. Aber heißt das, Company Pages sind nutzlos? Nein, das glaube ich nicht. Es heißt nur: Wir nutzen sie falsch.

Hier ist der mentale Shift, den ich sehe:

Früher:
Menschen folgen bei Interesse der Company Page. Fans folgen sogar den Foundern.

Heute:
Menschen folgen bei Interesse den Foundern. Fans folgen sogar den Company Pages.

(Würdest du dem zustimmen?)

Früher war die Company Page Top-of-Funnel. Der erste Touchpoint. Menschen haben deine Brand entdeckt, sind auf die Company Page gegangen, haben gefolgt.

Heute ist die Company Page Middle-of-Funnel. Menschen entdecken deine Brand durch den Founder, durch Employees, durch User-Generated Content. Wenn sie dann wirklich interessiert sind (echte Fans) dann folgen sie der Company Page.

Was das bedeutet

Wenn so jemand deiner Company Page folgt, ist das kein kalter Lead mehr.

Das ist jemand, der bereits:

  • Den Founder kennt

  • Mehrere Posts gesehen hat

  • Sich aktiv entschieden hat, mehr zu sehen

  • Echtes Interesse hat

Das ist ein warmer Lead. Vielleicht sogar ein Fan.

Und jetzt die Frage, mit der ich dich challengen möchte: Was lieferst du deinen Fans auf der Company Page?

Die neue Frage

Anstatt zu fragen "Wie bekommen wir mehr Follower auf der Company Page?", solltest du fragen: "Was können wir den wahren Fans hier liefern?" Das ist der Shift. Von Wachstum zu Tiefe. Von Quantität zu Qualität.

Hier ist der Frame, der alles ändert: Behandle deine Company Page nicht als Broadcasting-Channel. Behandle sie als Community-Hub.

Was bedeutet das konkret?

Broadcasting-Channel: Wir senden. Ihr empfangt. Wir posten über uns. Unsere Features. Unsere Erfolge.

Community-Hub: Wir kuratieren. Wir teilen. Wir heben eure Stimmen hervor. Wir schaffen einen Raum für Austausch.

Das ist ein fundamentaler Unterschied in der Strategie.

Wie Zapier, Notion und Lovable es anders machen

Okay, genug Theorie. Lass uns konkrete Beispiele anschauen.

Ich habe mir drei Companies angeschaut, die ihre Company Pages als Community-Hub nutzen. Nicht perfekt. Aber anders als 99% der anderen.

Beispiel 1: Zapier – Reposting als Community-Signal

Zapier macht etwas, das die meisten Unternehmen nie machen würden. Sie teilen massiv viele Posts von Nutzern auf ihrer Company Page. Nicht nur von großen Accounts. Nicht nur von Influencern. Sondern von jedem, der über Zapier schreibt.

(Ich habe Posts von Accounts mit 300 Followern gesehen, die von Zapier geteilt wurden. Accounts mit 1.000 Followern. Kleine Creator, die einen Use Case geteilt haben)

Egal ob 300 oder 100.000 Follower. Wenn dein Beitrag über Zapier ist, wird er geteilt. Dieses Verhalten schafft zwei Dinge:

1) User-Generated Content ohne Aufwand

Zapier muss keinen Content selbst erstellen. Sie müssen nur den "Repost"-Button drücken. Und sie bekommen authentische Use Cases, Tutorials, Erfolgsgeschichten von echten Nutzern.

2) Community-Bindung

Wenn du weißt, dass Zapier deinen Post teilen könnte (selbst wenn du nur 300 Follower hast ) dann steigt die Wahrscheinlichkeit massiv, dass du über Zapier schreibst. Du fühlst dich gesehen. Du bekommst Sichtbarkeit. Du wirst Teil der Community. Das ist ein Schritt in die Richtung Community-Building.

Beispiel 2: Notion – Deep Dive Content für Fans

Notion macht etwas anderes.

Sie posten 7-Minuten-Videos auf ihrer Company Page. Deep Dives in Features. Tutorials. Workflows. Sind wir mal ehrlich: Niemand schaut sich 7 Minuten Videos auf LinkedIn an… außer dich interessiert es halt wirklich. Das ist nichts für Leute, die Notion nicht kennen. Das ist für die, die sich bereits damit auskennen und tiefer eintauchen wollen. Die meisten würden sagen: "Das ist zu niche. Das erreicht nicht genug Menschen."

Aber das ist genau der Punkt.

Notion optimiert nicht für Reichweite. Sie optimieren für Depth. Sie liefern den Fans, die bereits folgen, echten Value. Content, den sie nirgendwo anders bekommen.

Beispiel 3: Lovable – Live Events als Community-Experience

Lovable nutzt ihre Company Page für Live-Stream Events. Sie zeigen live, wie ihr Produkt genutzt wird. Use Cases in Echtzeit. Q&A Sessions. Das ist interaktiv und exklusiv. Das ist Community-first Content.

Was alle drei gemeinsam haben

Zapier, Notion, Lovable - sie machen alle etwas anders als die Standard-Company-Page. Ihr Content schreit nicht nach: "Wie bekommen wir mehr Follower?"

Ihr Content spiegelt die Frage: "Was können wir unseren bestehenden Followern geben?"

Das ist der Shift.

Okay, du bist nicht Zapier. Du hast wahrscheinlich keine 200k Company Page Follower. Kein Team, das Live-Stream Events organisiert.

Was kannst du trotzdem mitnehmen?

Akzeptiere die neue Realität

Company Pages werden nie wieder die Performance von 2022 haben. Wenn du organisch wachsen willst, musst du auf Personal Profiles setzen. Founder-Led. Employee Advocacy.

Aber: Wenn du bereits Company Page Follower hast (Menschen, die aktiv entschieden haben zu folgen) dann hast du etwas Wertvolles.

Das sind Fans. Nicht kalte Leads.

Nutze Reposting als Community-Tool

Du musst nicht jeden Tag neuen Content erstellen für deine Company Page.

Kuratiere.

Wenn jemand über dich schreibt – teil es. Egal wie klein der Account ist.

Wenn ein Customer einen Use Case teilt – teil es.

Wenn ein Employee etwas Gutes postet – teil es.

Das kostet dich nichts. Aber es zeigt: Wir sehen dich. Du bist Teil der Community.

Company Page als Community-Hub, nicht Broadcasting-Channel

Das ist der mentale Shift, der alles ändert.

Frage dich bei jedem Post: "Ist das für meine Community? Oder ist das Broadcasting?"

Broadcasting: "Wir haben Feature X gelauncht."
Community: "Hier sind 3 Use Cases wie unsere User Feature X nutzen."

Broadcasting: "Wir haben einen Award gewonnen."
Community: "Danke an diese 5 Menschen, die uns nominiert haben."

Community-first denken.

Hier ist was du mitnehmen solltest:

Company Pages sind nicht tot. Aber ihr Zweck hat sich fundamental geändert.

Sie sind nicht mehr Top-of-Funnel. Sie sind Middle-of-Funnel. Nicht für Prospects, sondern für Fans. Die Zahlen sind brutal: 60% Reach-Drop, 2% des Feeds, 0.5-2% Engagement-Rate. Personal Profiles dominieren mit 561% mehr Reach.

Aber wenn du akzeptierst, dass Company Pages nicht für Wachstum sind, sondern für Community, öffnet sich ein anderer Weg:

Zapier teilt User-Generated Content von 300-Follower-Accounts. Notion postet 7-Minuten Deep Dives für bestehende Fans. Lovable nutzt Live Events für Community-Experience.

Sie optimieren nicht für Reichweite. Sie optimieren für Tiefe.

Der neue Frame: Community Page statt Company Page.

Nicht "Wie bekommen wir mehr Follower?", sondern "Was können wir unseren Fans geben, das sie nirgendwo anders bekommen?"

Das ist der Shift, den die meisten verpassen.

Samuel

*Dieser Newsletter enthält Affiliate Links. Wenn Du auf diese Links klickst und einen Kauf tätigst, erhalte ich eine Provision. Für Dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. Meine Partner wähle ich mit großer Sorgfalt aus.

Keep Reading